Einmal las ich folgende Zeilen: „Du wirst zu den Personen, die Dich konstant umgeben.“

Wenn ich mir meine Freunde ansehe, dann motiviert mich das enorm, denn es sind so viele tolle Menschen dabei, die ihre Träume bereits verwirklicht haben oder gerade im Moment dabei sind, diese ganz praktisch zu realisieren. Träumen kann jeder, aber es gibt nur wenige, die ihre Träume anpacken und sich der Angst stellen.

Meine Freundin Désirée kenne ich seit der Kindergartenzeit und hätte ich ihre Geschichte aus der Ferne betrachtet, würde ich womöglich denken, dass das nicht wahr sein kann, was sie erlebt. Erst lernt sie nach einem schweren Lebensabschnitt ihren Mann beim Pilgern kennen und dann binden sie gemeinsam alle Leinen des ‚alten Lebens‘ los und kaufen sich ein Schiff in Griechenland – ihr neues Zuhause. Einmal alles NEU, ausbrechen und dem Herzen folgen.

Ich hatte das große Privileg und durfte Désiree 6 ehrliche Fragen stellen, denn sicherlich brennt es euch auch unter den Nägeln, wie solch ein mutiger Mensch denkt.

Viel Freude beim Lesen!

1. Liebe Désiree, was tust Du im Moment?

Im Moment bin ich auf Korfu und bringe Kistna (das Segelboot meines Mannes und mir) auf Vordermann, sodass wir dieses Jahr bis nach Portugal segeln können. Das heisst wir sind die meiste Zeit staubig, dreckig und voller Farbe. Zudem wohnen wir natürlich auf unserem Segelboot, das momentan ebenfalls 24h lang einer Baustelle gleicht. Das Boot steht an Land und wir fühlen uns als würden wir in einem Baumhaus hausen. Aber ich bzw. wir fühlen uns trotzdem sehr wohl, weil es mich zufrieden stimmt, an der Verwirklichung meiner Träume tatkräftig Hand anlegen zu können. Zudem versuche ich gerade seit 6h ein neues YouTube Video hochzuladen. Die Internetverbindung ist hier so schlecht, dass diese Ladezeiten für ein 5minütiges Video normal sind

2. Was würdest Du jetzt tun, wenn Du damals keinen Mut für einen Umbruch gehabt hättest?

Ich hätte einer meiner vielen anderen Träume versucht zu verwirklichen – zum Beispiel einen Langstrecken Trail in Amerika zu laufen. Ich liebe es zu laufen! Einen Umbruch hätte es also definitiv gegeben!

3. ‚Lebe Deinen Traum‘ liest man überall, aber wie fängt man an?

Das stimmt. Ich glaube das Anfangen ist das Schwierigste,  denn es bedeutet, dass man beginnt, sich zu verändern und sich womöglich von Altem trennen muss. Das kann Verschiedenes sein von dem man sich trennen darf, z.B. von materiellen Werten, oder vielleicht darf man auch eine größere Distanz zu bis dahin nahestehenden Menschen schaffen. Davor hat man natürlich Angst, denn man weiss nicht was kommt.  Wird es gut? Scheitere ich? Verliere ich alles, was mir wichtig ist? Vielleicht hilft da folgender Gedanke: Auch im “normalen“ Leben weiss man nicht was passiert.

Ich denke, wenn man einen Traum klar vor Augen hat, dann ist es wichtig, jeden Tag etwas Kleines dafür zu tun, damit der Traum überhaupt eine Chance hat, Wirklichkeit zu werden. Zu Beginn reichen sicherlich 5 Minuten aus. Man macht die Augen zu und stellt sich schlichtweg vor, was wäre wenn … was wäre, wenn das Verrückte geschieht und mein Traum wirklich wirklich wahr wird. Nach und nach können diesen gedanklichen Ausschweifungen kleinere Taten folgen. Zum Beispiel habe ich einfach mal angefangen den Bootsmarkt genauer anzuschauen … nur zum Spass. Nur um mal zu sehen, was es denn gäbe … und so kann man sich jeden Tag ganz bewusst seinem Traum ein wenig annähern. Wichtig bei der Sache ist: Täglich!

4. Was denkst Du zum Thema ‚Scheitern?‘

Aus meiner Sicht kann man nicht scheitern. Wenn etwas nicht so läuft, wie wir es uns vorstellen, dann ist das gut so und soll unter keinen Umständen anders sein. Aus einem guten Grund, den wir womöglich in diesem Moment noch nicht verstehen, kommt alles anders als erwartet. Wir dürfen in diesen Momenten etwas sehr Wertvolles lernen, wenn wir offen dafür sind. Um dies zu können, benötigen wir viel Liebe, und da meine ich vor allem auch Selbstliebe, um sich selbst annehmen zu können, sodass ein solcher Prozess liebevoll mit sich selbst verlaufen kann.

5. Was würdest Du meiner Leserin raten, die sich gerade in einer großen emotionalen Krise befindet, z.B. weil ihr jemand das Herz gebrochen hat? Darf sie hoffen?

Ich würde ihr erzählen, dass die Liebe jeden Schmerz in Freude verwandelt. Ich würde versuchen, ihr mit aller Leidenschaft zu erklären, dass Liebe alles Dunkle in hellem Licht erscheinen lässt. Angst, Schrecken, Hass, Wut, Leere, … alles weicht der allumfassenden Liebe! Sie ist sogar so allumfassend, dass sie auch diese Aspekte des Lebens umfasst und nicht ausschliesst! Ich würde ihr sagen, dass wahre Liebe frei macht und sie diese Schmerzen nie mehr ertragen muss, wenn sie erkennt, was es bedeutet, zu lieben. Liebe ist grenzenlos und nicht auf eine Person beschränkt ist. All den Herzschmerz kann man überwinden, wenn man beginnt, zu lieben. Starke Frauen sind stark, weil sie auch schwach sind. Alles ist in Balance. Das gute an vermeintlich schlechten Zeiten ist, dass danach unweigerlich auch wieder gute Zeiten kommen. Nichts währt ewig, alles unterliegt beständiger Veränderung. Alles verläuft in Wellenbewegungen ab. Und Hoffnung gibt es immer, denn Hoffnung ist unweigerlich an Liebe geknüpft!

6. Was erzählt Dir das Meer abends?

Tolle Frage! Das Meer erzählt mir von der Weite und der Unendlichkeit des Seins! Es erzählt mir von der Schönheit der Welt und der Liebe der Menschen untereinander. Es erzählt mir, dass ich ein mini kleines Pünktchen in der Riesigkeit und der Unfassbarkeit des Universums bin. Es erzählt mir von der Unberechenbarkeit des Lebens und der Stärke der Natur. Es erzählt mir, dass es keine Grenzen gibt, das nach jedem Horizont ein neuer kommt und das Lachen und Humor unbezahlbare Schätze sind!

Oh, ich liebe die Zeilen von Désiree! Ich hoffe, sie haben euch genau so gut getan wie meiner Seele! Wer mehr von ihr, ihrem Mann und den Bootsabenteuern lesen möchte,
findet zahlreiche Inspirationen unter http://3lifes.net

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