In diesem DIY Tutorial erkläre ich Dir, wie Du in 3 einfachen Schritten Deine eigene Handschrift in Photoshop digitalisieren und freistellen kannst. Alles, was Du dazu benötigst, ist ein schwarzer Stift, ein weißes Papier ohne Struktur und das Programm Photoshop.

Es ist unübersehbar einer der Trends der letzten 2 Jahre: Handlettering und Kalligraphie! Immer mehr Kreative entdecken dieses schöne Hobby für sich und können tolle Ergebnisse vorweisen. Doch eine Frage bleibt:

“Wie digitalisiere ich die handschriftlichen Elemente bzw. wie verarbeite ich die Schrift in Photoshop, damit ich meine Letterings auch in digitaler Variante für mich verwenden kann?”

Wichtig wird diese Frage z.B. auch dann, wenn Schriftzüge am Rechner vervielfältigt werden sollen oder ein Logo benötigt wird.

Natürlich ist die Digitalisierung von Schrift in Photoshop oder Illustrator eine ganz eigene, komplexe Welt, aber mit Hilfe dieser 3 Schritte hast Du schon einmal einen Anfang gemacht, der Dir womöglich für Deine privaten Projekte vollkommen ausreicht!

Kostenloses Tutorial zum Digitalisieren von Schrift in Adobe Photoshop Schrift Illustrator Handlettering Unterschrift Kalligraphie Füller Kugelschreiber

 

Damit die Digitalisierung optimal gelingen kann, muss vorab einiges beachtet werden, denn viele Stolperfallen können bei der Säuberung der Schrift unnötig Probleme bereiten.

1. Die richtige Vorbereitung

Der Schriftzug

Wenn Du schon zu Beginn weißt, dass der Schriftzug im Anschluss digitalisiert werden soll, dann empfehle ich Dir mit einem deckenden schwarzen Stift, Brushpen oder schwarzer Tusche zu schreiben, bzw. mit der Feder oder einem Füller zu kalligraphieren. Aquarelle, Wasserfarbverläufe oder Schattierungen sind zwar auch digitalisierbar, aber am einfachsten kannst Du die Schrift freistellen, wenn keine Strukturen oder farblichen Abweichungen im Schriftzug vorhanden sind.

Papier

Verwende ein sehr weißes und glattes Papier, das kaum bis keine Strukturen besitzt, denn alle Strukturen machen Dir im Anschluss auch wieder die Digitalisierung unnötig schwer. Natürlich sind Strukturpapiere wunderschön, aber bei der Digitalisierung kannst Du Dir den Einsatz dieser teuren Papiere sparen. Das spart zudem deine Nerven.

Scanner und Bildbearbeitungsprogramm

Du benötigst einen Scanner (Die besten Ergebnisse erzielt man bei einer Auflösung von 600 dpi oder höher) und ein Bildbearbeitungsprogramm (Für dieses Tutorial verwende ich die Photoshopversion CS6)

Ich arbeite übrigens mit folgendem Tintenstrahldrucker* und Zeichentablet* – aber das ist absolut keine Voraussetzung:

Schrift digitalisieren – Nun kannst Du loslegen:

Schreibe oder kalligraphiere Deinen Schriftzug auf das Blatt Papier (Tipp: Die Anordnung ist auf dem Papier weniger wichtig, denn im Prinzip ist alles in Photoshop bearbeitbar) und scanne dieses mit mindestens 600dpi Auflösung in Graustufen ein.
Photoshop Schrift Schriftzug digitalisieren

2. Die Bearbeitung in Photoshop:

Um Deine Schrift digitalisieren zu können, öffne die Originalgrafik, bzw. den Scan auf einer weißen Hintergrundebene in Deiner Wunschgröße in Photoshop. Falls Du nicht in Graustufen scannen kannst, verringere die Sättigung des Bildes auf 0. Nach dem Rastern der Scan-Ebene (Wichtiger Arbeitsschritt, damit der Schriftzug bearbeitet werden kann), verwende ich die Tonwertkorrektur (Zu finden unter: Bild – Korrekturen – Tonwertkorrektur)

Tonwertkorrektur PhotoshopTonwertkorrektur Photoshop Schrift Retusche Handschrift digitalisieren

 

Die oberen Regler (In der Grafik pink umkreist) verschiebe ich solange, bis ich meinen gewünschten Kontrast bekomme. Nach diesem Schritt sollte die Papierstruktur fast ganz verschwunden sein. Mit dem Radierer kannst Du nun verbliebene sichtbare Spuren des Papiers entfernen, wie z.B. den Rand des Scans, der nach der Bearbeitung auch auf meiner Beispielgrafik noch sichtbar ist.

Lasso Werkzeug Photoshop Schrift freistellen digitalisieren

3. Die Freistellung mit dem Zauberstab und Lasso-Werkzeug

Für die Anordnung der Worte verwende ich das Lasso-Werkzeug, mit dem ich grob das Wort umrande, kopiere und in einer neuen Ebene öffne. Auf diese Weise kann ich Texte im Nachhinein setzen, drehen, zentrieren und anordnen, bis sie mir gefallen.

Ist alles an der richtigen Stelle platziert, fasse ich die Ebenen zu einer Ebene zusammen (Alle einzelnen Ebenen markieren, ggf. nochmal rastern, Rechtsklick – Auf eine Ebene reduzieren) und wähle den Zauberstab aus, falls ich den weißen Hintergrund entfernen möchte. Dazu muss das Schloss neben der weißen Hintergrundebene entfernt werden. Dies ist möglich, indem Du mit Doppelklick auf diese Ebene klickst.

Entferne das Häkchen bei “Benachbart” um alle weißen Flächen wie z.B. auch die inneren Bereiche der Buchstaben auszuwählen und klicke auf den weißen Bereich des Bildes und entferne den Inhalt mit der Löschtaste Deiner Tastatur. Nun müsste der Schriftzug freigestellt sein, also einen durchsichtigen Hintergrund besitzen.

Damit Du auch weiterhin diese Grafik mit transparenten Hintergrund verwenden kannst, musst Du diese als PNG.-Datei abspeichern, den dieses Format erlaubt Transparenzen im Gegensatz zu JPEGs.

Zur Überprüfung mache ich am Ende meiner Arbeit einen Probedruck und untersuche das Blatt nach Stellen, die nicht sauber geworden sind und bearbeite die Grafik ggf. nach.

Du bist unterwegs oder hast noch kein Photoshop? Mit der App Snapseed ist auch eine einfache Freistellung Deiner Schriftzüge möglich!

Ganz viel Freude bei der Erstellung Deiner eigenen Handlettering- und Kalligrafieprojekte, bei Fragen stehe ich euch natürlich gerne zu Verfügung oder ich empfehle Dir den ausführlichen Onlinekurs: Digitalisierung für Schriftkünstler

 

Von Herzen eure Jeannette

*Affiliate-Link // Durch den Verkauf über Amazon verdiene ich eine kleine Provision. Dies bedeutet keinerlei Benachteiligung für Dich.

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4 thoughts on “Digitalisiere Deine Schrift in 3 einfachen Schritten”

  1. Liebe Jeanette,

    ich habe ja vor ein paar Tagen Deinen Photoshop-Kurs erhalten und bin gerade am Durcharbeiten
    (und mehr als zufrieden…). Natürlich bleiben manche Fragen, die ich aber erst mal sammle und die sich
    dann teilweise sowieso von selbst erledigen.
    Allerdings habe ich eine Frage, die nicht warten kann, gerade wo Du jetzt auch diesen Blog rausgebracht hast:
    Wann rastere ich?
    Gleich zu Beginn (bevor ich Sättigung, Tonwertkorrektur etc. anwende) oder wenn ich ganz am Ende alles zusammen
    habe und fertig mit der Bearbeitung bin und nur noch Farbfüllungen o.ä. verändern will.

    Würde mich freuen, wenn Du mir das beantworten könntest.
    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Stephanie

    1. Liebe Stephanie,

      ich bin so dankbar, dass Du Dich durch den Photoshop-Kurs durcharbeitest! Ganz viel Erfolg bei der Digitalisierung! Grafiken müssen gerastert werden, BEVOR man mit ihnen arbeiten will, denn das Programm möchte sonst immer wieder auf die Original-Datei zurückgreifen. Im Prinzip ist es ein Schutz von Photoshop, dass Deine Bilddateien immer die beste Qualität vorweisen. Wenn gerastert wird, dann ‘verlässt’ Du das Original und die Grafik ist in dem Zustand und Auflösung, wie Du sie vor Dir auf dem Bildschirm vor Dir siehst. Gerasterte Grafiken können also nicht mehr Rückgängig zu einem Originalbild gemacht werden – ABER sie können jetzt manipuliert oder bearbeitet werden. Hoffentlich war das jetzt verständlich ausgedrückt 🙂 keine leichte Materie – Deine Jeannette

  2. Super, danke, dass du dir die Mühe gemacht hast uns all diese Schritte zu erklären! Sehr hilfreich!
    Und eine Frage hab ich auch. Wie rastert man die Datei denn? Ist das eine Funktion in Photoshop?

    Liebe Grüße, nina

    1. Liebe Nina,

      genau, das ist eine Funktion bei Photoshop. Wenn Du die gewünschte Ebene mit Rechtsklick anklickst, dann erscheint da die Option Ebene rastern.
      Einfach diese anklicken und das Bild wird dann gerastert.

      Viel Erfolg – Du machst eh so schöne Sachen! Deine Jeannette

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